Leben und Schaffen von Carl Philipp Emanuel Bach

Portrait von Carl Philipp Emanuel Bach, Pastel auf Papier, 1773 (c) Bach-Archiv LeipzigCarl Philipp Emanuel Bach gehört zu den bedeutendsten Musikern des 18. Jahrhunderts. Er entwickelte in der Epoche der musikalischen Empfindsamkeit, welche die Stilrichtungen Barock und Wieder Klassik verband, seinen eigenen unvergleichlichen Stil fernab anderer zeitgenössischer Strömungen.

“Mich deucht, die Musik müsse vornehmlich das Herz rühren”

Zu Lebzeiten genoss der Sohn des heute bekannteren Komponisten J.S. Bachs weit größeres Ansehen als sein Vater. Seine Schaffen hatte nicht nur Einfluss auf Zeitgenossen wie Ludwig van Beethoven und Joseph Haydn, sondern genoss auch international höchstes Ansehen. Seine Maßstabssetzende Abhandlung „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“ avanciert innerhalb kürzestes Zeit europaweit zum Standard-Lehrwerk.

Informationen zum Leben von Carl P. Emanuel Bach

Wirkungsstätten von Carl Philipp Emanuel Bach

Hier sehen Sie die Wirkungsstätten von C.P.E. Bach. Gern planen wir Ihre Kulturreise als thematische Gruppenreise in diese Städte.

Weimar
Carl Philipp Emanuel wurde 1714 in Weimar geboren und verbrachte hier seine frühe Kindheit.

Leipzig
Hier findet er seine 1723 Leidenschaft zur Musik und lernt das Klavierspielen und die Komposition. Nachdem er in Leipzig schon zur Schule gegangen war, begann er 1731 ein Studium der Rechtswissenschaften.

Frankfurt (Oder)
Sein in Leipzig begonnenes Studium führt Bach in Frankfurt (Oder) zuende. Nebenbei arbeitet er als Klavierlehrer und fertig seine ersten Kompositionen an.

Berlin / Potsdam
Nach seinem Studium wird Bach in den königlichen Dienst gestellt und arbeitet 28 Jahre als Kammercembalist. In dieser Zeit komponiert über 200 Stücke, vor allem für das Cembalo und verfasst Lehrtexte über das Klavierspielen.

Hamburg
Im März 1768 wird Carl Phillip Emmanuel Bach Musikdirektor der fünf Hauptkirchen Hamburgs. Dadurch wendet er sich verstärkt der Kirchenmusik zu. Als "Hamburger Bach" genießt er internationales Ansehen.

Kurzbiografie von Carl Philipp Emanuel Bach

1714

Carl Philipp Emanuel Bach wird am 8. März 1714 als zweiter (überlebender) Sohn von Johann Sebastian Bach und Maria Barbara Bach (Johanns Cousine) in Weimar geboren. Sein Vater Johann Sebastian Bach (1685-1750) gilt heute als einer der bedeutendsten Musikern aller Zeiten.

   

1717

Bach zieht mit seiner Familie nach Köthen. Drei Jahre später stirbt seine Mutter Maria Barbara Bach.

   

1723

Umzug nach Leipzig, wo sein Vater als Thomaskantor angestellt ist. Auch privat unterrichtete J. S. Bach seine Söhne in Musik und bildet sie zu Virtuosen aus. Bach jr. wird in Leipzig eingeschult.

   

1731

Auf Anraten seines Vaters hin beginnt C. P. E. Bach ein Rechtsstudiums in Leipzig. Parallel zu seinem Rechtsstudium fängt Bach Jr. an zu komponieren. Leider vernichtete er seine frühen Werke und meinte dazu: „… habe ich vor kurzem ein Ries (480 Bogen Schreibpapier) u. mehr alte Arbeiten von mir verbrannt u. freue mich, daß sie nicht mehr sind.“

   

1734

1734 wechselt er an die Viadrina Universität in Frankfurt/Oder und führt sein Studium dort weiter.

   

1738

Bach Jr. beendet sein Studium, doch anstatt einer akademischen Laufbahn zu folgen, schlägt er eine musikalische Richtung ein. Er wird vom preußischem Prinzen Friedrich als Cembalist in eine Kapelle in Rupping berufen.

   

1741

Ein Jahr nachdem Friedrich II gekrönt wird stellt er Bach in seiner Hofkapelle bei Berlin als Konzertcembalist ein. Zu dieser Zeit ist Bach bereits einer der berühmtesten „Clavieristen“ Europas. Die nächsten 28 Jahre bleibt C. P. E. Bach im Dienst des Königs.

   

1744

Bach heiratet Johanna Maria Dannemann und später wird Vater von einer Tochter und zwei Söhnen: Anna Philippina Bach (1747–1804), Johann Adam Bach (1745–1789), und Johann Sebastian Bach „der Jüngere“(1748–1778).

Musikalisch bleibt er in dieser Zeit kreativ und komponierte sein Magnifikat, eine Osterkantate, einige Sinfonien und Konzerte und drei Liederbände. Sein Fokus jedoch liegt bei Tasteninstrumenten. In dieser Zeit schrieb er nicht nur knapp hundert Sonaten und andere Solowerke für das Klavier, sondern verfasste auch einen Lehrtext, welches jahrzehntelang als Standartwerk angesehen wurde: „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“.

   
1746 Nach seinem Aufstieg zum Kammermusikus komponiert er zwischen 1746 bis 1768 einige Stücke für Orchestra und Ensembles, aber seine Hauptarbeit gilt dem Klavier: Während dieser Zeit komponiert er an die einhundert Solowerke.
   

1762

Ein zweiter Teil seines Werkes „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“ erscheint in Berlin.

   
1768

1768 verlässt er den königlichen Hof und wird als Nachfolger seines Paten, Georg Phillip Telemann, Städtischer Musikdirektor und Kantor in Hamburg. In Hamburg erlebt er den Höhepunkt seiner musikalischen Kariere und wird als „hamburgischer Bach“ auch international bekannt.

Bis zu seinem Tod 1788 bleibt er im Amt des Musikdirektors und wendet sich dementsprechend auch immer mehr der Kirchmusik zu. Er komponiert die Oratorien „Die Israeliten in der Wüste“ und „Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu“. Darüber hinaus entwirft er über zwanzig Passionsvertonungen und über siebzig Kantaten, Litaneien, Motetten und andere Stücke der Kirchmusik. Für sein Klavier schreibt er die sechs Bände der Sonaten „für Kenner und Liebhaber“.

   
1788

Bach stirbt in Hamburg und wird in der St Michaelis Kirche begraben. Sein Grabmal ist bis heute öffentlich zugänglich.

Bildquelle © Bach-Archiv Leipzig

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