Reisebericht E-Bike-Tour Hamburg – Dresden

Dies ist ein Reisebericht unseres Gastes Klaus Siebeneicher, welcher im Mai 2017 mit AugustusTours am Elberadweg unterwegs war. Er berichtete uns von seiner E-Bike-Tour von Hamburg nach Dresden, welcher er (ohne Gepäcktransfer) über uns gebucht hatte und gestattete uns danach, seinen lesenswerten Reisebericht anderen Reiseinteressierten zugänglich zu machen. Wir bedanken uns sehr für diesen tollen Bericht und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Erfahrungen und Reiseeindrücke von der E-Bike-Tour von Hamburg nach Dresden

Klaus Siebeneicher auf E-Bike Tour mit uns am Elberadweg unterwegsReisebericht von Klaus Siebeneicher, der auf E-Bike Tour mit uns am Elberadweg unterwegs war

Vom 8. 5. bis zum 20. 5. 2017 bin ich den Elberadweg von Hamburg nach Dresden gefahren. Es war eine ganz tolle Tour. Sie hat mir so gut gefallen, daß ich ohne weiteres den Weg zurück nach Hause auch noch hätte fahren können, aber ich bezweifele, daß der Rückweg dann ebenso wohlorganisiert abgelaufen wäre wie der Hinweg.

Ich versuche hier meine Erfahrungen zu beschreiben:

Gestartet bin ich direkt von der Haustür in Neumünster und zwar mit Gepäck und ganz alleine, denn wer fährt schon eine solche Tour mit einem Alten von 77 Jahren. Also mußte ich an alles denken und auch die Ausrüstung hatte gut zu sein. Es dauerte gar nicht lange und ich wußte, daß etwas fehlt. Handschuhe z.B., denn es war morgens mit 2° ziemlich frisch. Aber auch ein ordentliches Sonnenmittel, denn so kalt blieb es nicht. Die Strecke ist mit rund 800 km ein ganz schönes Ende und sehr gut geeignet das eBike auszutesten, was ich nun seit einem Jahr gerne benutze. Der Akku hält ohne weiteres 150 km durch bevor er wieder geladen werden muß. Für die Rückreise besorgte ich mir über das Internet ein Flix-Ticket zu einem lockenden Preis von 30 €. Das war keine gute Idee, aber davon später.

Hamburger HafenIch fahre immer mit GPS und machte mir den neuesten Elberadweg für beide Elbe-Seiten aus dem Internet auf mein e-Trex. So merke ich sofort, wenn ich irgendwo falsch abgebogen bin. Und natürlich habe ich das Handy und eine ordentliche Kamera dabei.

Als ich am Nachmittag im Hotel "Hansehof" in Hamburg-St.Pauli ankam, hatte ich schon mal die ersten 75 km problemlos geschafft und mein Rad wurde gut untergebracht. Am Abend bot sich ein Spaziergang zu den Landungsbrücken an. Das Wochenende zuvor war Hafengeburtstag und es waren noch genügend interessante Schiffe zu sehen.

Fahrrad am Elberadweg zwischen Hamburg und LauenburgNach einer angenehmen Nacht und einem sehr guten Frühstück geht es nun richtig los. Der Weg entlang der Fleete, vorbei an den Häfen in Richtung Vierlande ist gut beschrieben und bald läßt man den Großstadtverkehr hinter sich. Es fährt sich gut, der Elbradweg ist prima in Schuß. Am Anfang fährt man rechtsseitig, ich quere die Elbe bei Hoopte mit der 1. Fähre, das linke Ufer ist noch ruhiger. Der Wind ist schwach aus NW. Die Elbe hat einen guten Wasserstand aber Frachtschiffe sind keine zu sehen.

Ich passiere das stillgelegte AKW Krümmel bei Geesthacht und quere erneut die Elbe hinüber nach Lauenburg. Das Hotel "Lauenburger Mühle" liegt in der Oberstadt und man muß dort hin über eine lange Steigung, die leider eine einzige Baustelle ist. Also schieben, anders geht’s nicht. Dafür kommt man in ein sehr schönes gepflegtes Hotel mit großem Zimmer und gutem Restaurant. Das Ebike kommt in die Hotelgarage, ich nehme meine Taschen und den Akku ab und der Fahrstuhl bringt mich nach oben. Das Wiederaufladen dauert 3 bis 4 Stunden, also erledige ich das immer zuerst.

Lauenburg am ElberadwegAm 3. Tag sieht das Wetter nun leider gar nicht gut aus, es nieselt schon mal und die Vorhersage ist keinesfalls ermutigend. Dafür ist das Frühstück besonders gut. Also erstmal auf baldige Besserung hoffen. An der Shell Tankstelle kontrolliere ich meinen Reifendruck und mache mich dann über holpriges Kopfsteinpflaser hinunter zur Unterstadt zum Wahrzeichen Lauenburgs, zum "Rufer". Dann wieder über die lange Elbbrücke zum linken Elbufer. Es wird etwas windiger, aber immer noch aus nördlicher Richtung und es bleibt zwar 100 % bedeckt aber trocken.

Ich folge der Weg-Beschreibung und benutze die Fähre in Bleckede zum östlichen Ufer. Hier war zu DDR- Zeiten Sperrgebiet, immer noch ist es hier still und menschenleer. Dafür gibt es jede Menge Störche, Reiher und Rotmilane. Man hat noch einiges an Grenztürmen und Zaunresten zur Mahnung stehen lassen. Bis Herrenhof-Bitter bleibe ich auf der östlichen Seite und nehme dann die nächste kleine Personen- und Fahrradfähre hinüber nach Hitzacker und gelange in das Hotel zur Linde. Es ist wie ein Überbleibsel aus alten Zeiten, aber es ist nicht ohne Charme. Das Zimmer ist klein, aber es ist alles Nötige vorhanden. Als ich in die Stadt gehe, hat der Wind noch zugenommen und es ist noch kälter geworden. Jetzt kaufe ich mir doch noch ein paar Fahrradhandschuhe und werde glatt 40 € los.

Festung Dömitz am ElberadwegFür den 4. Tag von Hitzacker nach Wittenberge empfiehlt die Wegbeschreibung durchs Wendland zu fahren. Der Lindenwirt rät mir, stattdessen die Elbe über die Straßenbrücke bei Dömitz zu queren, ich bliebe so in der Nähe der Elbe und könnte die Festung Dömitz ansehen und später fast die ganze Zeit auf dem Deich fahren. Fast alle Radfahrer würden diesen Weg bevorzugen. Und das mache ich dann auch so. Die neuen Handschuhe haben einen Zusatzeffekt und sorgen für eine deutliche Wetterbesserung, es stellt sich bald heraus, daß ich sie nicht benötigt hätte. Auch gut.

Die Festung Dömitz ist ein interessanter Platz, ein wirklich guter Tipp. Auch ein hübsches Heimatmuseum ist dort dabei. Ich kehre ein in der "Alten Fischerkate Mödlich". Ein schönes Lokal mit besonderen Spezialitäten. Es wird nun sogar sonnig. Mir begegnen immer wieder Schweizer Radfahrer, die den Elbeweg entdeckt haben. Auch sie finden besonders die Natur, die Tierwelt, die Ruhe bemerkenswert und wollen gerne wiederkommen. Im sehr guten Hotel Germania in Wittenberge finde ich nach fast 80 km Strecke eine ausgezeichnete Unterkunft.

Fahrrad und Landschaft am ElberadwegAm 5. Tag geht es nur über ein kurzes Stück von 40 km nach Havelberg. Das Wetter bessert sich zusehends, es wird richtig warm. Zuerst durch das Storchendorf Rühstedt, später immer entlang des Havel -Elbe-Vorfluter über das Wehr Neuwerben. Entgegen dem Rat in der Fahranweisung gab es keinerlei Probleme so auf dem Elberadweg nach Havelberg zu kommen. Havelberg liegt im allerbesten Sonnenschein und ich finde das wunderbar gelegene Hotel "Am Hafen" problemlos. Nachdem ich meine Sachen versorgt habe, sehe ich mir den Dom an (sehr gut) und trinke in der hübschen Inselstadt Kaffee. Havelberg ist überhaupt ein Highlight, es lohnt sich immer ein Besuch.

6. Tag: Es geht zuerst mit der Gier-Fähre hinüber nach Werben. In der alten Hansestadt besichtige ich die wunderbare Johanniskirche. Etwas ganz Besonderes, was man überhaupt nicht verpassen darf. Dann geht es in großem Bogen um das Gelände des ehemaligen Kernkraftwerkes Stendal herum über Angerburg nach Tangermünde. Dort ist gerade ein interessantes Stadtfest und es gibt in der Stephanskirche ein 30 minütiges Orgelkonzert anzuhören. Sehr schön.

Elberadweg zwischen Tangermünde und Magdeburg7. Tag: Heute geht es über 80 km nach Magdeburg. Die Empfehlung ist Jerichow zu besuchen. Aber das würde die Strecke zu lang machen und so bleibe ich auf der linksseitigen Hauptroute bis zur Fähre Rogätz, in Niegripp verbringe ich eine 2 stündige Zwangspause wegen starkem Regen in angenehmem Gespräch mit anderen Radfahrern aus Klein Machnow. Danach geht es über das das große Wasserkreuz nach Magdeburg. Im imposanten "Maritim-Hotel" frage ich nach einer Unterstellmöglichkeit für mein Rad. "Nehmen Sie das bitte mit auf das Zimmer", erhalte ich zur Antwort. Das Hotel ist so riesig, daß es da leider schon zu Einbrüchen und Diebstählen gekommen ist. Und in den Fahrstuhl geht das Rad gerade so rein. Ausgezeichnetes Zimmer.

8. Tag: Spitzenfrühstück mit allen Schikanen. Das Rad fährt wieder mit dem Fahrstuhl nach unten. Auf der rechten Elbeseite geht es von Magdeburg nach Dessau durch Pretzien, durch Dornburg, wo ich einen Blick auf das Geburtsschloß von Katharina der Großen werfe. Es steht zum Verkauf. Es geht auf teilweise schnurgeraden neuen Betonwegen durch die Überschwemmungsgebiete. Dann mit der Fähre von Steutz nach Aken und lange durch den Wald immer Richtung Osten und durch Großkühnau und Ziebigk nach Dessau mit über 90 km die längste Etappe.

Altstadt Lutherstadt Wittenberg9.Tag: Dessau – Wörlitz -Lutherstadt Wittenberg. Zuerst einmal zur Post, wo ich mir einen großen gelben Karton kaufe und die entbehrlichen Sachen nachhause schicke. Dann linkselbisch über Vockerode durch den Park von Wörlitz, ein langes einsames Stück mit viel Gegend entlang der Elbdeiche durch Pratau und über die lange Brücke nach Wittenberg. Hier ist viel los, denn es ist das 500. Jubiläum von Luthers Thesen, außerdem bald Kirchentag und es gibt viele internationale Besucher. Ich sehe mir die beiden Hauptkirchen, die Schloß- und die Stadtkirche an. Leider regnet es immer wieder.

10. Tag: Lutherstadt Wittenberg – Torgau. Durch die Elstervorstadt geht es auf der rechten Elbseite nach Elster, dann in südlicher Richtung über Gorsdorf, Schützberg nach Klöden. Ich sehe mir die Burg Klöden an, trinke dort Kaffee und quere die Elbe bei Mauken hinüber nach Pretzsch. Hier ist viel Polizei und man scheint etwas zu suchen. Es ist aber nur, wie ich später erfahre, dort die Polizei-Hunde-Ausbildung. Es geht weiter durch Dommitzsch und Elsnig, dann möchte ein Schild mich in einer Umleitung an einer Deichbaustelle vorbeilotsen. Die Arbeiten halten sich aber in Grenzen, also ignoriere ich das Schild und komme auch gut nach Döbern.

Nun ist es nicht mehr weit bis nach Torgau. Ich sehe mir das Begegnungsdenkmal an, wo sich 1945 die Russen und die Amerikaner trafen. Ohne Probleme finde ich mitten auf dem Marktplatz den "Goldenen Anker" und finde dort für mich und für mein Rad eine sehr gute Unterkunft. Es ist ganz schön warm geworden und also gehe ich erstmal in eine gute Eisdiele. Am Abend wird eine Art Jahrmarkt aufgebaut und das kann ich mir beim Abendbrot auf der Terrasse gut ansehen. Die Strecke von ca. 75 km hat auch ganz schön Durst gemacht.

11. Tag: Torgau – Strehla. Es geht weiter auf der linken Seite durch eine ziemlich ruhige Gegend vorbei an der 1. Dt. Radfahrerkirche in Weßnig über Belgern, Plotha, Seydewitz, Aussig, Görzig nach Strehla in das hübsche Ambiente Hotel. In dem Restaurant und Café Müller gibt es nicht nur ein gutes Eis sondern auch ein gutes Abendessen.

Zwinger in Dresden, dem Zielort der Ebiketour von Klaus Siebeneicher12.Tag: Strehla – Dresden. Gut ausgeruht und gut gefrühstückt, bei schönstem Wetter geht es heute auf das letzte Stück. Weiter auf der linken Elbseite durch Riesa bis Niederlommatzsch, wo ich mich in einer Bäckerei zu Kaffee und Eierschecke niedersetze. Dann über die Brücke in Meißen. Für das Schloß und die Porzellanfabrik habe ich leider zu wenig Zeit, weil ich in Dresden eine Verabredung habe. Auch Moritzburg geht diesmal nicht. Vorbei an Radebeul und über Kaditz, Mickten und Pieschen bis zur Forststraße zum Nichtraucherhotel allda.

13.Tag: Ich schlafe ausgezeichnet und frühstücke hervorragend in dem Hotel in der Forststraße, packe dann meine Sachen und mache mich auf den Weg in die Altstadt und zum Hauptbahnhof. Alles hat bis jetzt ganz großartig geklappt. Nun noch die Fahrt mit dem Flixbus nach Hamburg. Das Ticket habe ich in der Tasche. Da klingelt mein Telefon, Flixbus sendet mir eine Erinnerungsmail, daß ich heute mit ihnen zur Fahrt nach Hamburg verabredet bin, ich finde das ganz nett und finde mich zur rechten Zeit am Halteplatz in der Bayrischen Straße ein, da sagt der Busfahrer zu mir, daß er kein eBike transportiert. Auf meine Frage "warum nicht?, ich hätte doch eine ordentliche Buchung" sagt er nur, es gäbe neue Bestimmungen, denen er zu folgen habe. Das Problem liegt wohl darin, daß Flixbus bei der Buchung vergessen hat, nach der Art des Fahrrades zu fragen!!!

Ich sehe schnell ein, daß ich keine andere Chance habe, als zu hoffen, daß auf der Bahn noch ein Platz frei ist. Wider Erwarten gelingt das und so fahren mein Rad und ich von Dresden Hbf bis nach Neumünster HBf mit der Bahn nach Hause. Kaum bin ich angekommen geht wieder das Telefon und Flixbus fragt nach, wie mir denn die heutige Reise mit ihnen nach Hamburg gefallen hätte? Leider verfüge ich nur über einen begrenzten Humor. Nach ein paar Tagen erstattet mir aber Flixbus den gezahlten Fahrpreis. Meine Meinung dazu: Flixbus ist ein reiner Internetladen, der von vielleicht 20 Leuten gemanaged wird. Fast die gesamte Verantwortung wird auf die armen Fahrer abgeladen. Wahrscheinlich geht es solange gut bis sich eine richtige Katastrophe ereignet.

Bleibt mir nur noch der Firma AugustusTours für ihre gute und vor allem solide Organisation zu danken. Hier war alles bestens. Ich werde Sie gerne weiterempfehlen.

Ich hatte keinerlei Probleme mit dem eBike, der Eigentransport des Gepäcks war überhaupt nicht zu merken. Auch die längeren Etappen haben mir überhaupt keine Sorgen gemacht. Natürlich hatte ich abends keine Lust mehr, "auf den Zwutsch zu gehen", wie man im Norden sagt. Als ich das fehlende Sonnenmittel vermißte, hatte ich mir bereits einen ordentlichen Sonnenbrand geholt."

Wenn Sie nun das Reisefieber gepackt hat, dann werfen Sie gern einen blick auf unsere 8-tägige Radreise von Hamburg nach Dresden bzw. gern auch auf die anderen Touren am Elberadweg.

Hier finden Sie weitere Reiseberichte zu unseren Radreisen.

Auf dieser Website werden Cookies eingesetzt, um unseren Internetauftritt benutzerfreundlich zu gestalten und um Authentifizierung, Navigation und andere Funktionen zu verwalten. Durch die weitere Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden. Weitere Details zu den eingesetzten Cookies, ihrer Verwendung und zur Änderung der Cookie-Einstellungen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.