Reisebericht Elberadweg – Von Dresden nach Wittenberge
Reisebericht von Herrn Frank Wanie
Manche Träume begleiten uns ein Leben lang und lassen uns nicht mehr los. So erging es auch einem Mann aus Axien, der sich einst seinen Kindheitstraum erfüllte, die Elbe von ihrer Quelle bis zur Mündung zu erkunden. Doch mit dem Fluss zieht auch die Sehnsucht weiter nach Orten, Erinnerungen und neuen Geschichten. Seine Reise führt weiter flussabwärts, vorbei an Schlössern, historischen Städten und persönlichen Erinnerungsorten. Mit wachem Blick und offenem Herzen folgt er dem Lauf der Elbe und damit auch den Spuren seines Lebens. Was er dabei erlebt ist mehr als eine Reise: Es ist eine berührende Fortsetzung eines Traums.
Der Traum - Teil 2
Um die Kunstwerke in Dresden zu genießen,
sollte man zum Verweilen sich entschließen.
Mit tollen Fotos, gut gelaunt und heiter,
geht die Fahrt in Richtung Meißen weiter.
Mit einem kleinen Umweg, den man fährt,
mit einem wunderschönen Wasserschloss wird man beschert.
Schloss Moritzburg diente einst als Filmkulisse,
für Aschenbrödels Drei Haselnüsse.
Zuvor kommt man am Städtchen Radebeul vorbei,
wo einst hier lebte, der Schriftsteller Karl May.
Die schönsten Geschichten hat er geschrieben,
der Ölprinz oder Winnetou, sind uns im Gedächtnis geblieben.
Über Meißen Dom und Albrechtsburg thront,
das Auge, schon von Weitem wird belohnt.
In der ganzen Welt, das Meissner Porzellan ist sehr begehrt,
In der Manufaktur anzuschauen und noch vieles mehr man dort erfährt.
Von Dresden bis Wittenberge, entlang der Elbe aufgereiht,
stehn fast zwanzig Schlösser aus der Vergangenheit.
Sie erzählen die Geschichten aus vergangenen Tagen,
wie die Menschen lebten, vom Handel, Ackerbau und Jagen.
Über Riesa, Strehla und Belgern dann,
kommt man im Dreiländereck, dem Städtchen Torgau an.
Wo Sachsen Anhalt, Brandenburg und Sachsen sich aneinander schmiegen,
“fünfundvierzig“ sich erstmals amerikanische und russische Soldaten in den Armen
liegen.
Hartenfels, ein´s der schönsten Schlösser der Renaissance auf einen Felsen steht.
In Torgau den Museumspfad, mit rund fünfhundert Baudenkmälern man begeht.
Der Große Wendelstein dem Schloss besondere Schönheit noch verleiht,
die Schlosskapelle einst von Martin Luther eingeweiht.
Das Jahr Zweitausendzwei, das Jahr in dem die Elbdämme brachen.
das Jahr in dem die Fluten so viele Orte trafen.
Die Elbe, sonst Lebensspender, brachte Trauer und Leid,
doch viele Menschen kamen und waren zur Hilfe bereit.
Heut steht er wieder, als sechsundsechzig jähriger Mann,
in Axien an der Elbe, wo dieser Traum begann.
Er schaut auf das Wasser, wo gerade ein Sonnenstrahl sich bricht.
Er spürt eine Hand und beide schaun auf das Wasser, in´s Sonnenlicht.
So steht er vor seiner Eltern Grab,
er denkt an seine Jugend, wo es Liebe und Geborgenheit gab.
Von Verwandten und Bekannten, zu denen er gegangen,
wird er von Herzen und mit offenen Armen empfangen.
So zieht er weiter, um seinen Traum zu vollenden,
muß sich schweren Herzens gen Norden wenden.
Axien, mit seiner über tausendjährigen Geschichte,
in der Ferne, da grüßt noch der Kirchturm, im Abendlichte.
Am Horizont, die Silhouetten von Stadt- und Schlosskirche, stehen bereit,
wie Leuchttürme, sie uns zeigen, der Weg nach Wittenberg ist nicht mehr Weit.
Lutherstadt Wittenberg, wo er geboren wurde, in dieser Stadt,
in der Luther, die katholischen Fundamente ins Wanken gebracht hat.
Um in Wittenberg all die Sehenswürdigkeiten anzusehn,
sollte man verweilen und mit einer Stadtführung mitgehn.
Dann den Tag in einem Restaurant oder Kaffee abschließen
und das Leben bei einer Tasse Kaffee oder ein Glas Wein genießen.
Im Biosphärenreservat Mittelelbe kann man seltene Vögel sehn,
den Rot- und Schwarzmilan, auch Seeadler, wenn sie am Himmel ihre Kreise drehn.
In den Seitenarmen, wenn man genau hinschaut,
hat der Biber seine Burgen baut.
Dann radelt man durch das Wörlitzer Gartenreich
und erreicht die Stadt Dessau mit Bauhaus so gleich.
Die vier ragen sogar als UNESCO Welterbe heraus:
Luther, Mittelelbe, Gartenreich und das Bauhaus.
Mit Magdeburg erreicht man Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt.
die unter Kaiser Otto dem Ersten ihre erste Glanzzeit erreicht hat.
Sogar das „Dritte Rom“ wurde sie genannt.
Mit den „Magdeburger Halbkugeln“ wurde Otto von Guericke weltbekannt.
In Tangermünde ist die Altstadt sehr sehenswert,
bei einem Rundgang wird man mit sehr schönen Fotomotiven beschert.
In Havelberg wo die Havel in die Elbe einfließt,
am Platz vor dem Dom, man die schönste Aussicht genießt.
So kommt man nach einigen Tagen in Wittenberge an,
wo man sich in der alten Ölmühle erholen kann.
Hier ist das Ende vom zweiten Teilstück,
mit dem Zug geht´s nach Berlin zurück.
Frank Wanie
Wittenberge, den 12.07.2025
Die Elbe ist mehr als nur ein Fluss, sie ist ein Band, dass Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet. Sie führt durch Orte voller Geschichte, Natur und Begegnungen. Und sie führt zurück, an Plätze der Kindheit, zu Erinnerungen an Familie, an Heimat und an die Kraft der Träume. Wer sich auf diesen Weg begibt, nimmt nicht nur Eindrücke mit, sondern auch Dankbarkeit: für eine unvergessliche Reise und für einen Fluss, der weiterfließt und dabei Herzen berührt. Die Reise mag in Wittenberge enden, doch der Traum, dem sie folgt, lebt weiter.
Reisetipp Elberadweg
Wenn Sie jetzt die Reiselust gepackt hat, beraten wir Sie gern zu unseren verschiedenen Reiseverläufen am Elberadweg: Herr Wanie berichtete Ihnen von einer unvergesslichen Reise entlang des Elberadweges von Dresden nach Wittenberg.
Gern beraten wir Sie bei Ihrer Reiseplanung! Oder falls sie noch andere Inspirationen für Ihre nächste Radreise suchen, dann finden Sie hier weitere Reiseberichte!
Fotos: © DZT, Udo Bernhart CMR; © AugustusTours, Isabel Wehner; © DZT, Francesco Carovillano; © DZT, Staatliche Porzellan Manufaktur Meissen GmbH; © DZT, Christof Herdt, © AugustusTours, Anke Berndt
