Reisebericht einer unvergesslichen Radtour von Prag nach Dresden

Anfang Juni war es endlich soweit: Ich hatte Urlaub! Das, was wir jeden Tag für unsere Gäste organisieren, machen wir doch selbst auch allzu gern … also hatte ich mich ein paar Wochen zuvor mit meinem Freund zusammengesetzt und überlegt, wie wir "die schönste Zeit im Jahr" diesmal genießen wollten. Es dauerte nicht lange, da waren wir uns einig: Wir machen eine Radtour von Prag nach Dresden. Prag, die goldene Stadt, Melnik, Leitmeritz, die Böhmische Schweiz… das alles hatten wir schon lange auf unserem Reiseplan und nun wollten wir es endlich angehen.

Reisebericht zu unserem Radurlaub am Elberadweg

von Lisa Frank, Mitarbeiterin AugustusTours

1. Tag: Anreise nach Prag

Stadtansicht PragAlso starteten wir am ersten Tag unseres Urlaubs mit dem Zug in Richtung Prag. So schnell wie wir dort waren, so schnell hatten wir auch unser Hotel gefunden, in dem sonst auch einige unserer Gäste übernachten. Ein tolles Zimmer und eine ideale ÖPNV-Anbindung ließen uns schon am ersten Tag ins Schwärmen geraten. Aber lange hielten wir uns natürlich nicht im Hotel auf – immerhin wollten wir "die Goldene Stadt" erkunden.

Per Straßenbahn ging es bis unterhalb der Prager Burg gleich in die Nähe der berühmten Karlsbrücke. Unser erster Höhepunkt war deren Überquerung, wozu wir allerdings nicht nur länger benötigten, als gedacht, sondern auch viel Geduld brauchten. Menschen über Menschen hatten wohl dieselbe Idee wie wir… Trotzdem konnten wir uns direkt in der Mitte der Brücke aus dem Strom "befreien" und am Brückenrand den tollen Blick auf die Prager Altstadt genießen. Das Wetter war traumhaft und die ruhig dahinfließende Moldau mit ihren unzähligen Schiffen versprühte südländischen Charme. Was für ein schöner Auftakt in den Urlaub!

2. Tag: Entdecken der Goldenen Stadt

Blick auf Moldau und Karlsbrücke in PragAuch am zweiten Tag unserer Reise konnten wir uns dem Zauber der Stadt nicht entziehen. Wir erkundeten die Prager Burg, staunten über die mächtigen Ausmaße des Veitsdoms, genossen die erfrischende Kühle in den schattigen Gassen der Altstadt, wandelten auf wenig touristischen Wegen durch Parks und Gärten, genossen ein kühles Bier unterhalb des Aussichtsturms Petřín und gelangten schließlich per Standseilbahn wieder zurück in die Prager Altstadt.

Mit einem Abstecher zur Astronomischen Uhr und einem leckeren, typisch tschechischen Abendessen rundeten wir unseren Prag-Besuch ab.

3. Tag: Radtour von Prag nach Melnik

Schloss MelnikAm darauffolgenden Tag hieß es schon wieder Abschied nehmen von der "Goldenen Stadt". Durch den Stromovka Park radelten wir in aller Ruhe zum Schloss Troja, wo wir eine kleine Trinkpause mit Blick auf die Moldau genossen. Weiter ging es unmittelbar am Moldauufer entlang auf einem wunderbar ausgebauten Radweg in Richtung des ca. 55 Kilometer entfernten Melniks. Nach einigen Kilometern gelangten wir an das Wehr von Klecány.

Hier entschieden wir uns, vom ausgeschilderten Radweg 7 (dem Moldauradweg) etwas abzuweichen und die in unserem Bikeline beschriebene Alternativroute weiter entlang der Moldau zu nutzen. So schön wie dies war, dem Anstieg hinauf nach Klecany konnten wir uns nicht entziehen: Also hieß es Zähne zusammen beißen und 10 Minuten kräftig in die Pedale treten.

Schon war der Berg geschafft und nach einigen Kilometern durch Felder und kleine Ortschaften konnten wir eine tolle Abfahrt als Entschädigung für unsere Mühe genießen. Mit Rückenwind und begleitet von schönstem Sonnenschein radelten wir weiter entlang der Moldau bis zum Schloss Veltrusy. Auch wenn dieses leider nicht zur Besichtigung geöffnet war, bot die angrenzende Wiese den idealen Platz für ein ausgiebiges Mittagspicknick. Am späten Nachmittag erreichten wir dann den Moldauzufluss in die Elbe und bestaunten das sich majestätisch erhebende Schloss Melnik, welches oberhalb eines Weinbergs förmlich über Elbe und Moldau zu wachen scheint. Ein kurzer Bummel durch die kleine, aber feine Altstadt von Melnik rundete unseren ersten erlebnisreichen Radeltag ab.

4. Tag: Radtour von Melnik nach Leitmeritz

Marktplatz in LeitmeritzDas Ziel unseres zweiten Radeltages hieß Leitmeritz (Litomerice), welches nur ca. 45 Radkilometer entfernt von Melnik liegt. Laut Karte freuten wir uns auch heute wieder auf gut ausgebaute Radwege direkt am Flußufer und wurden nicht enttäuscht. Bis Roudnice nad Labem radelten wir größtenteils abseits von Autoverkehr durch Auwälder und Wiesen und auch hinter der Elbstadt erlebten wir ähnlich ruhige Radwege.

Wieder entschieden wir uns, etwas vom sehr gut ausgeschilderten Radweg 2 (dem Elberadweg) abzuweichen, denn wir wollten dem Konzentrationslager Theresienstadt (Terezín) einen Besuch abstatten.

Jüdischer Freidhof vor der Kleinen Festung in TheresienstadtHier angekommen, beschlossen wir, die "Kleine Festung" zu besichtigen, welche zu NS-Zeiten als Gestapogefängnis genutzt wurde. Bei einer Führung durch die Anlage erfuhren wir Interessantes und Schreckliches aus dieser Zeit, ebenso aber auch über die ursprüngliche Nutzung der Kleinen Festung als Festungsanlage von Kaiser Josef II. Aus Zeitgründen entschieden wir uns gegen die Besichtigung des jüdischen Ghettos, welche von den Nazis als Musterghetto für den "guten Lebensstandard der Juden in den Konzentrationslagern" für Propagandafilme und zur Verschleierung ihrer Vernichtungspolitik genutzt wurde. Aber wir kommen sicher wieder! Voller Eindrücke radelten wir weiter ins nahegelegene Leitmeritz und genossen ein schmackhaftes Abendessen in einem der vielen Restaurants direkt am Marktplatz.

4. Tag: Radtour von Leitmeritz nach Decin und weiter nach Hrensko

Elberadwegweg kurz vor DecinVon Leitmeritz aus ging es am dritten Radeltag dann in Richtung Usti nad Labem und weiter bis nach Děčín. Unterwegs genossen wir eine entspannende Mittagsrast direkt am Elbufer und kamen mit einigen anderen Radurlaubern ins Gespräch, die ebenso wie wir bis Dresden oder sogar weiter bis Magdeburg radeln wollten. Die ca. 50 Kilometer lange Strecke bis Děčín hatten wir bereits am Nachmittag hinter uns gebracht und so beschlossen wir spontan, noch ein bisschen weiter in Richtung Böhmische Schweiz zu radeln. Linkselbisch radelten wir also in Richtung deutscher Grenze und konnten auf ca. drei Kilometern sogar mal wieder deutsche Luft schnuppern, bevor wir in Schmilka mit der Fähre wieder in die Tschechische Republik übersetzen.

In Hrensko angekommen suchten wir uns eine kleine Pension und ließen den Abend gemütlich an der Elbe ausklingen: Hier konnten wir nicht nur das leise dahinfließende Wasser, andere Touristen auf der Fähre und das rege Treiben an den bunten Verkaufsständen beobachten, sondern bekamen auch einen großen Elbbiber zu Gesicht.

5. Tag: Wanderung in der Böhmischen Schweiz zum Prebischtor und zur Edmundsklamm

Blick vom Prebischtor in die Böhmische SchweizHeute hieß es Ausruhen, zumindest für unsere Allerwertesten. Denn wir hatten beschlossen, diesen Tag für eine Wanderung durch die Böhmische Schweiz zu nutzen. Von Hrenkso aus wanderten wir hinauf zum Prebischtor und genossen wunderbar weite Ausblicke über den tschechischen Teil des Elbsandsteingebirges. Weiter ging es entlang des Gabriellensteigs, wo wir viel Ruhe und malerische Aussichten genießen und uns mithilfe der verschiedenen Informationstafeln allerlei Wissen über das Gebirge aneignen konnten.

Glücklicherweise hatten wir uns auch heute wieder etwas Proviant mitgenommen, denn auch wenn wir später eine entspannende Pause in einem Biergarten oberhalb der Edmundsklamm genießen wollten – Ein Picknick inmitten der Natur des Elbsandsteingebirges ist ein unübertroffen schönes Erlebnis! Über uns raschelte das Laub, hinter uns sangen die Vögel und vor uns fiel die felsige Landschaft steil ab, um uns einen malerischen Blick auf die zerklüftete Gebirgslandschaft der Böhmischen Schweiz zu gewähren. Krönender Abschluss des Tages war eine Bootsfahrt durch die Edmundsklamm, eine Felsenschlucht, in der trotz touristischer Nutzung fast noch unberührte Natur erlebt werden kann.

6. Tag: Radtour von Hrensko nach Dresden

Fahrradfahrer am Elberadweg in DresdenSchon neigte sich unser Radurlaub dem Ende entgegen. Am letzten Tag unserer Radtour hieß es endgültig Abschied von der Tschechischen Republik nehmen und die letzte Etappe bis nach Dresden genießen. Vorbei an den majestätischen Felsen der Sächsischen Schweiz radelten wir erst rechts der Elbe und ab Königstein dann linkselbisch bis nach Rathen. Hier genossen wir neben der Klangterrasse mit Blick auf die Elbe und den Kurort Rathen eine kurze Trinkpause, welche von melodischen Klängen begleitet wurde.

Wir blieben auf der linken Elbseite, da der Tag heiß und der Schatten angenehm war. Über Pirna und Heidenau gelangten wir schneller nach Dresden, als wir es gedacht hätten und konnten ein letztes Mittagspicknick direkt an der Elbe mit Blick auf Schloss Pillnitz genießen. Die letzten 15 Kilometer vergingen wie im Flug und schon begrüßte uns die barocke Altstadt Dresdens mit ihrem traumhaft schönen Elbpanorama als Ziel unserer Reise. Es war ein wunderschöner Radurlaub entlang des Elberadwegs und wir wissen schon jetzt: Diese Radtour werden wir bald fortsetzen und weiter in Richtung Norden radeln!

Gern organisieren wir von AugustusTours auch für Sie eine ebenso unvergessliche Radtour von Prag nach Dresden. Hier finden Sie unser Reiseangebot für Ihre Radreise am Elberadweg. Auch in der Böhmischen Schweiz können Sie mit uns unterwegs sein schauen Sie sich doch gleich unsere Wanderreise "Rundtour im Elbsandsteingebirge" an!

Hier finden Sie weitere Reiseberichte zu unseren Radreisen.

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