Die Weimar-Rundtour
Saale, Ilm und Unstrut auf zwei Rädern erleben
Ein Reisebericht von Verena Simon und Katja Gamberg
1. Etappe: Von Weimar nach Jena – Ein goldener Start
Am 3. Oktober, bei herrlichem Sonnenschein und im warmen Herbstlicht, starten wir unsere Radreise in Weimar. Die Räder sind geputzt, die Taschen gepackt, und die Vorfreude auf die kommenden Tage ist groß.
Vorbei an Goethes Gartenhaus und durch den weitläufigen Park an der Ilm führt uns der Weg auf der Städtekette-Route in Richtung Jena. Die Strecke ist ein Traum, buntes Herbstlaub, klare Luft und sanft geschwungene Landschaften.
Nach dem Einchecken im Hotel unternehmen wir noch einen Ausflug zur Leuchtenburg, die hoch über dem Saaletal thront und einen weiten Blick ins Land bietet.
... in Seitenroda ist absolut einen Ausflug wert. Die Ausstellungen sind beeindruckend und die Aussicht ist sensationell!
2. Etappe: Von Jena nach Naumburg – Zwischen Sonne und Regen
Die Wettervorhersage für diesen Tag verspricht wenig Gutes: Regen, Regen, Regen. Doch am Morgen bleibt es wider Erwarten trocken, und so können wir den idyllischen Saale-Radweg in Richtung Naumburg genießen.
Vorbei am Burgscheidel und durch das charmante Bad Kösen, wo sich die vermutlich europaweit einzige noch betriebene Wasserkunst befindet. Dort treibt die Saale ein Wasserrad an, das über ein 180 Meter langes Holzgestänge eine Solepumpe auf einem Hügel bewegt – eine beeindruckende Technik aus dem 18. Jahrhundert.
Kurz vor Domstadt Naumburg zeigt sich Petrus dann aber doch noch von seiner nassen Seite und wir werden ordentlich eingeweicht. Ein warmes Abendessen mit deftiger Thüringer Küche und einem Glas regionalem Wein bringen schnell die Wärme und gute Laune zurück.
3. Etappe: Von Naumburg zu Sekt und Himmelsscheibe
Am nächsten Morgen zeigt sich das Wetter wieder von seiner freundlicheren Seite. Durch den Blütengrund, wo Saale und Unstrut zusammenfließen, führt uns die Strecke entlang der Unstrut in Richtung Wangen zur Arche Nebra, einem faszinierenden Ort rund um die Himmelsscheibe von Nebra.
Am Nachmittag geht es weiter in die Erlebniswelt der Rotkäppchen Sektkellerei in Freyburg. Zwischen den historischen Kellergewölben und dem Duft nach Sekt wird deutlich, dass diese Region ein Paradies für Genießer ist.
4. Etappe: Zurück nach Weimar – Wind, Wein und Lebensfreude
Der vierte Tag begrüßt uns mit kräftigem Wind und einer freundlich lächelnden Sonne. Der Herbst zeigt sich in voller Pracht, denn entlang der gesamten Strecke gibt es reichlich reife Früchte zu ernten: Äpfel, Walnüsse, Pflaumen, Trauben und Birnen, welch' Fülle.
Unter blauem Himmel passieren wir dann erneut den bekannten Saale-Unstrut-Schriftzug hoch oben auf dem Weinberg. Zwei Tage zuvor noch im Regen, heute bei strahlendem Sonnenschein.
Natürlich dürfen ein, zwei Besuche in den gemütlichen Straußenwirtschaften nicht fehlen.
Eine Straußenwirtschaft – auch Besenwirtschaft genannt – ist eine saisonale Gaststätte eines Winzers. Ursprünglich aus dem süddeutschen Raum stammend dürfen Winzer ihren eigenen Wein direkt auf dem Hof ausschenken, meist begleitet von einfachen regionalen Speisen. Ein Strauß aus Reisig oder Blumen am Eingang zeigt an: „Hier wird ausgeschenkt.“
Beschwingt von einem Gläschen Gewürztraminer geht es weiter in Richtung Weimar, aber nicht ohne noch eine Flasche Wein am Automaten des Weinguts Gutedel zu erwerben, die moderne Variante der alten Straußenwirtschaft.
In Weimar angekommen, runden Sauna und Entspannung im Hotel den durch den Wind doch recht fordernden Tag perfekt ab.
Von hier sind es noch gut 15 Kilometer bis zum Tagesziel: Přelouč. Das charmante Städtchen überrascht mit einem schmucken Hauptplatz, freundlichen Menschen und einer urigen Unterkunft mit gemütlichem Restaurant. Am Abend ist ein Spaziergang durch den kleinen Ortskern Pflicht.
5. Etappe: Ausflug nach Erfurt – Thüringens Herz erleben
Am letzten Tag steht ein Ausflug in die Landeshauptstadt Erfurt auf dem Programm. Entlang der Städtekette führt uns der Weg über Felder und weite Landschaften in die lebendige Stadt. Dort lassen wir es uns natürlich nicht nehmen, über die berühmte Krämerbrücke mit dem leckeren Eis der bekannten Goldhelm Schokoladenmanufaktur in der Hand zu schlendern, ein süßer Höhepunkt des Tages.
Zurück in Weimar lassen wir die Reise bei einem letzten gemeinsamen Abendessen Revue passieren, erfüllt von vielen Eindrücken, wirklich netten Begegnungen und Momenten, die nur eine Radreise einem schenken kann.
Fazit
Die Weimar-Rundtour ist eine perfekte Mischung aus Kultur, Natur und Genuss. Zwischen Goethe und Rotkäppchen, zwischen Klößen und Weißburgunder, zwischen Sonne und Regen zeigen sich Thüringen und Sachsen-Anhalt von seinen schönsten Seiten.
Mit müden Beinen, aber glücklichen Herzen endet unsere Reise und der Entschluss steht schnell fest: Das war sicher nicht das letzte Mal!
Reisetipp: Rundtour ab/an Weimar
Begeben auch Sie sich auf genussvolle Radtouren in einer der schönsten Radregionen Deutschlands. Verena Simon hat für Sie unsere Radreise ab/an Weimar getestet.
Noch unsicher? Wir haben noch viele weitere Radreisen für Sie im Gepäck: Gern beraten wir Sie zu unseren individuellen Radreisen an Saale, Ilm und Unstrut.
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Credits:
© AugustusTours
© DZT, Patrick Groß
