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Radreise am Unstrut-Radweg Von Mühlhausen nach Naumburg

Ein Reisebericht von Familie Rodina-Roufs


Japanischer Garten in Bad Langensalza © Thüringer Tourismus GmbH, Alexander Weingarten

Japanischer Garten in Bad Langensalza

Naumburg Stadtpanorama mit Dom © GNTB, DZT, Francesco Carovillano

Naumburg Stadtpanorama mit Sicht auf den Dom

Unstrut Marktkirche Bad Langensalza © AugustusTours

Marktkirche in Bad Langensalza an der Unstrut

Im goldenen Herbstglanz durch weite Täler - Unsere Reise entlang der Unstrut

Der Unstrut-Radweg ist äußerst abwechslungsreich und überall hervorragend ausgeschildert. Es lohnt sich, ihn wie wir in der zweiten Oktoberhälfte zu fahren, wenn nur noch wenige Fahrradtouristen unterwegs sind. Die Blätter der Bäume verfärben sich dann bunt und die touristischen Angebote sind noch nicht eingeschränkt. Dass es nur einmal während unserer Tour regnete, war natürlich Glück. Auch ohne E-Bikes kamen wir beiden Alten ganz gut zurecht. Es gibt zwar durchaus einige Steigungen, denn der Radweg führt nicht immer am Fluss entlang, sondern auch hinauf zu Hochflächen mit Feldern und Wiesen sowie durch kleine Dörfer und Städtchen. Aufgrund meiner Hüftgelenkbeschwerden (ich hatte zwei Unterarmgehstützen in der Fahrradtasche dabei) musste ich bergauf zwar manchmal ein Stück schieben. Aber dafür waren die Abfahrten danach umso schöner.

Wir waren mit den Unterkünften überall hochzufrieden. Die Lage, die Ausstattung der Zimmer und das Frühstücksbuffet waren jeweils ausgezeichnet. Und zum Abendessen findet man in jedem Etappenort ein passendes Angebot für jeden Geschmack. Normalerweise ist es kein Problem, Proviant für unterwegs zu besorgen. Nur im Raum Nebra fanden wir keinen Bäcker. Dafür entdeckten wir etwas später einen Dorfladen, in dem wir ein halbes Brot kaufen konnten.
Und jetzt im Herbst gab es überall Äpfel und Birnen wie im Schlaraffenland, denn immer wieder kamen wir an Streuobstwiesen vorbei. Das Obst lag teilweise schon auf dem Boden. Meine Frau und ich plädieren sehr dafür, sich Zeit zu lassen auf dieser Tour, sowohl unterwegs als auch an den einzelnen Etappenorten. Wir haben uns mittlerweile angewöhnt, überall eine Zusatznacht zu buchen. Nur so hat man die Chance, die Orte und die Gegend ein bisschen besser kennenzulernen!

Historische Wehranlage in Mühlhausen an der Unstrut  © AugustusTours
Historische Wehranlage in Mühlhausen

Anreise: Fahrt Unstrutquelle - Mühlhausen (ca. 31 km)

Ein absoluter Höhepunkt war die sehr lohnenswerte Stadtführung, die uns das historische Rathaus sowie die Unter- und Oberstadt mit ihren charmanten Handwerkervierteln näherbrachte. Zudem besichtigten wir die kleine Hinterhofsynagoge, die nur durch glückliche Umstände erhalten geblieben ist.

Abgerundet wurde unser Aufenthalt durch eine kleine Radtour in Richtung Stadtwald. Vorbei am Schwanenteich führte uns der Weg zum Waldcafé am Weißen Stein und weiter zum Bratwurstmuseum. Auch das historische Brunnenhaus lag auf unserer Route, bevor wir wieder den Schwanenteich erreichten.

Etappe 1: Mühlhausen – Bad Langensalza (ca. 24 km)

Während unseres Aufenthalts hatten wir reichlich Gelegenheit, die verschiedenen Gartenanlagen entlang der Kurpromenade zu erkunden. Diese reichten vom Barockgarten und dem Japanischen Garten bis hin zum BUND-Naturgarten und dem Rosengarten. Bei einem Stadtrundgang besichtigten wir zudem die Marktkirche, das Rathaus und das Apothekenmuseum sowie die Bergkirche und das Schloss.

Ein Ausflug per Rad führte uns zum Baumwipfelpfad am Naturparkzentrum Hainich. Der Weg dorthin verlief ruhig über landwirtschaftliche Flächen, war jedoch teils lückenhaft ausgeschildert, bevor er am Waldrand in einen gut markierten Wanderweg überging. Den Tag ließen wir in der Hotelbar ausklingen, wo das lokal braute Bier der Drei-Türme-Privatbrauerei mit dem Namen „Süffiger Günter“ auf der Karte stand.

Rosengarten in Bad Langensalza © Thüringer Tourismus GmbH, Florian Trykowski
Rosengarten
Unstrut Radweg vor Sömmerda © AugustusTours
Unstrut Radweg vor Sömmerda

Etappe 2: Bad Langensalza – Sömmerda (ca. 45 km)

Ein Ausflug führte uns auf der im Radführer empfohlenen Abstecherroute nach Weißensee. Dort besichtigten wir den Marktplatz und das alte Rathaus sowie die Kulturkirche. In der Kirche fanden wir neben der Darstellung einer bärtigen Maria auch Informationen über die historische antisemitische Ritualmordlegende vor. Zudem sahen wir uns die mittelalterliche Schöpfstelle, den kleinen, aber feinen Chinesischen Garten sowie die Runneburg an. Den Tag ließen wir schließlich bei einem Abendessen im Rathauskeller ausklingen.

Etappe 3: Sömmerda – Artern (ca. 39 km)

Auf dem Hinweg unternahmen wir einen Abstecher zur imposanten Wasserburg in Heldrungen. Zudem nutzten wir die Zugverbindung in das nahe gelegene Sangerhausen. Die Berg- und Rosenstadt empfing uns mit einer eindrucksvollen Altstadt und offenen Kirchen. Ein besonderer Anziehungspunkt war das Europa-Rosarium, welches die weltgrößte Rosensammlung beherbergt.

Etappe 4: Artern – Nebra (ca. 33 km)

Auf dem Hinweg lohnt es sich, Zeit für das ehemalige Kloster und die Kaiserpfalz in Memleben einzuplanen. Die dortigen Ausstellungen vermitteln viele Informationen zur Geschichte des Ortes, und das Klostercafé lädt zu einer Pause ein. Ein weiterer Anziehungspunkt ist das Besucherzentrum der Himmelsscheibe von Nebra. Neben dem Planetarium bietet eine anschauliche Führung Einblicke in die Bedeutung des Fundes. Vom Besucherparkplatz aus führt ein schöner Wiesen- und Waldweg direkt zur Fundstelle, eine empfehlenswerte Alternative zur Fahrstraße. Den Abschluss dieses geschichtsträchtigen Abschnitts bildet die romantische Burgruine in Nebra, die das Stadtbild prägt.

Etappe 5: Nebra – Naumburg (ca. 37 km)

Auf dem Hinweg unternahmen wir eine Stippvisite in den Winzerort Freyburg. Dort besichtigten wir die Marienkirche und kehrten im Café Merle am Marktplatz ein. Im Rahmen einer Stadtführung erhielten wir Einblicke in die Ortsgeschichte und erkundeten das  Marientor. Das Innere des Tores veranschaulicht eindrucksvoll seine wechselvolle Geschichte, die von der Nutzung als Wachturm und Zollstation über ein Gefängnis bis hin zu ehemaligen Wohnungen reicht. Den Abschluss unseres Aufenthalts bildete die Besichtigung des Doms.

Frühstück in der Pension Onkel Ernst in Naumburg © AugustusTours
Frühstück in der Pension Onkel Ernst in Naumburg

Unsere persönlichen Highlichts zum Schluss

Unterwegs sahen wir immer wieder Kraniche, wobei einmal ein ganzer Schwarm in Sichtweise auf einem nahen Feld landete. Bei starkem Regen bot uns eine offene Dorfkirche Schutz, in der sogar Mineralwasser für Radtouristen bereitstand. Zudem gerieten wir zufällig in einen ökumenischen Gottesdienst und wurden im Anschluss noch zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Im unter Naturschutz stehenden Tal zwischen Nägelstädt und Großvargula, das mit einer außergewöhnlichen Flora und Fauna überraschte, begegneten wir einem Waschbären, der sich nur langsam davontrollte.

Kathedrale in Naumburg © DZT, Jens Wegener
Naumburg Kathedrale
Besucherzentrum Arche Nebra © GNTB, DZT, Jens Wegener
Besucherzentrum Arche Nebra
Weinberge bei Freyburg an der Unstrut © AugustusTours
Weinberge bei Freyburg

Reisetipp Saale, Ilm und Unstrut

Wenn Sie jetzt die Reiselust gepackt hat, beraten wir Sie gern zu unseren verschiedenen Reiseverläufen entlang Saale, Ilm und Unstrut: Radreise am Unstrut-Radweg von Mühlhausen nach Naumburg

Auch die Radreise an der Saale von Saalfeld nach Magdeburg erfreut sich großer Beliebtheit. Gern beraten wir Sie bei Ihrer Reiseplanung!

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Credits:
© AugustusTours; © Thüringer Tourismus GmbH, Alexander Weingarten; © Thüringer Tourismus GmbH, Florian Trykowski, © DZT, Francesco Carovillano; © DZT, Jens Wegener